ING macht Schluss: Klima-Sündern droht der Rauswurf

Der Klimawandel gehört zu den drängendsten Problemen unserer Zeit. Dass sich die ING Klimaschutz auf die Fahnen schreibt, überrascht also nicht. Bemerkenswert ist aber, mit welcher Vehemenz das Geldinstitut den Klimaschutz einfordert – und dafür auch vor den eigenen Firmenkunden nicht halt macht.

Klimaschutz: ING nimmt Firmenkunden in die Pflicht

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Sparkassen-Chef hält nichts vom Tagesgeld

Laut ING-Firmenkundenchef Henning löse die Kündigung häufig einen Denkprozess aus. „Wenn ich mir heute Unternehmen anschaue, die wir vor ein paar Jahren abgewiesen haben, dann sind sie inzwischen super bankfähig, sie haben sich also wirklich verändert“

Im Klartext also: Wer zu wenig aufs Klima achtet, dem droht bei der ING der Rauswurf – zumindest als Firmenkunde. Ob darunter nur große Unternehmen fallen oder auch der Bäcker um die Ecke, ist aber unklar.

Die Regeln gelten nur für Firmenkunden, nicht für Privatkunden. Ohnehin dürften die in Zeiten der Hoch-Inflation andere Sorgen haben als den Klimawandel. Viele Deutsche suchen daher ihr Heil im Tagesgeld. Davon hält der Sparkassen-Chef aber wenig. Er hat einen anderen Anlage-Rat.



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Auf welche Mittel die ING setzt, hat ING-Firmenkundenchef Eddy Henning in einem Interview mit Bloomberg verraten (via Berliner Zeitung). Wenn Firmenkunden nicht glaubhaft erklären, wie sie künftig ihren eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren wollen, müssen sie bei Kreditanträgen mit einer Ablehnung rechnen.

ING Deutschland zufolge habe man sich verpflichtet, das eigene Kreditportfolio nach dem Pariser Klimaschutzabkommen auszurichzten. Dazu wolle die Bank nicht nur die eigenen Emissionen reduzieren, sondern auch die Bankkunden bei der „Senkung von Emissionen“ zu begleiten.

Steuerhinterziehung, Betrug oder ungewöhnlich hohe Geldeingänge: Es gibt viele Gründe, warum die eigene Bank das Konto kündigen kann. Bei der ING kommt ein weiterer hinzu: Klimaschutz. Im Extremfall droht Klima-Sündern sogar der Rauswurf.

In „einer Handvoll Fällen“ pro Jahr seien die Kundenbeziehungen sogar ganz beendet worden, so Hennig.